Abfall-Laden "Salinensaal" Haigerloch-Stetten

Salinensaal

Haus der Wiederverwendung

72401 Haigerloch-Stetten, Salinenstr. 32

Bedauerlicherweise wird in keiner Bildungseinrichtung vermittelt, dass alle fünf Stufen der Abfallhierarchie auch zum Abfallregime zählen. Daher ist man auch im Umweltbundesamt der Ansicht, dass dem nicht so ist.

Ein einziger Besuch im Abfall-Laden in Haigerloch-Stetten reicht aus, um eine praxisnahe Erfahrung zu machen, die diese Wissenslücke schließt.

Am 23. Oktober 2022 von 11 bis 17:00 Uhr wird der Abfall-Laden im Salinensaal wieder geöffnet sein und einen Einblick in die Praxis der Vorbereitung zur Wiederverwendung bieten.

Der Abfall-Laden.

Aus Mangel an Platz und Zeit werden heutzutage viele Dinge zu Abfall, die eigentlich noch sehr gut verwendet werden könnten.

Die Vorbereitung zur Wiederverwendung erfüllt eine vorrangige Vorgabe des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und leistet einen aktiven Beitrag zur Ressourcenschonung, daher setzen wir Platz und Zeit ein, um die Abfalleigenschaft an solchen Gegenständen abzuwenden oder zu beseitigen.

Wer im Salinensaal sucht, findet auf rund 500 qm, was andere nicht mehr brauchen. Bitte denken Sie immer an den Abfall-Laden, bevor Sie z. B. bei Haushaltsauflösungen brauchbare Dinge in den Abfalleimer oder einen Container werfen.

Der Abfall-Laden "Salinensaal"  in Haigerloch-Stetten

Ein kleiner Blick in den Salinensaal.

Abfall zur Wiederverwendung
Die Blumentopf-Parade

Der Sinn und Zweck von einem Abfall-Laden ist es, eine Brücke zwischen dem Endverbrauch, dessen Ende durch die Entledigung besiegelt wird, und der Wiederverwendung, die auf der anderen Seite der Brücke beginnt, zu bilden. Diese Brücke wird in der Abfallhierarchie als „Vorbereitung zur Wiederverwendung“ bezeichnet. Ohne diese Brücke gibt es keinen Weg dahin, dass Abfälle, derer sich Endverbraucher entledigt haben, eine Nutzungsverlängerung als Gegenstand erfahren.

Der Aufwand für die Vorbereitung zur Wiederverwendung ist relativ Zeit- und Platz intensiv, kann jedoch in vielen Fällen dazu führen, dass die Abfalleigenschaft an einem Gegenstand wieder zurückgenommen und damit die Gesamtmenge der angefallenen Abfälle reduziert wird. Im Ergebnis wird durch die Wiederverwendung eine Vermeidung erreicht, welche in der Abfallhierarchie an oberster Stelle steht.

Ein Problem dieser nachhaltigen Lösung ist, dass derzeit für Umsätze mit diesen Abfällen 19 % MwSt. abgeführt werden muss. Obwohl gar keine Endverbraucher beliefert werden, denn die Wiederverwendung ist definitiv kein Endverbrauch mehr, da dieser mit der Entledigung eines Produktes endet.

Diese Abgabe von 19 % MwSt. schmälert also die Entlohnung für die Arbeit, die man sich mit der Vorbereitung zur Wiederverwendung macht. Das ist in etwa so, wie wenn man für 60 Minuten Arbeitszeit nur 48,6 Minuten bezahlt bekommen würde.

Durch diese unrechtmäßige Besteuerung von Umsätzen mit Wiederverwendern wird der durch das Grundgesetz gebotene Gleichheitsgrundsatz verletzt, da dadurch mein Einkommen mit Mehrwertsteuer belastet wird. Als Gewerbetreibender möchte ich, wie alle anderen Gewerbetreibenden auch, keine MwSt. für mein Einkommen bezahlen.

Aus Protest gegen diese unrechtmäßige Besteuerung bleibt der Abfall-Laden „Salinensaal“ in Haigerloch-Stetten, Salinenstr. 32 so lange geschlossen, bis das Finanzministerium eine gesetzeskonforme Besteuerung auf das Ergebnis der Vorbereitung zur Wiederverwendung anordnet.

So bleibt der Abfall also Abfall, wodurch eindeutig belegt wird, dass die Wiederverwendung zum Abfallregime gehört. Das Thema Mehrwertsteuer erledigt sich damit ebenfalls und es gibt auch keinerlei Steuern für einen mit der Vorbereitung zur Wiederverwendung erzielten Gewinn.

Aktuell betreibe ich in Bezug auf die unzulässige Erhebung von Mehrwertsteuer bei der Weitergabe zur Wiederverwendung eine Petition mit der Nr. 1283/2021 beim Europa-Parlament.

 

Wir sind per E-Mail unter kontakt(at)abfall-laden.de erreichbar.

Der Abfall-Laden ist ein Projekt von Ivo Lavetti.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es